Berlin Marathon 2017 – Holger auf Bestzeitenkurs

Veröffentlich am: 6. Oktober 2017

In der Kategorie: Laufen

Verfasser(in): Flitz Piepe

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Mein Marathontag begann schon sehr früh. Um fünf klingelte der Wecker.

Zum Frühstück gab es Süßholztee, Multivitaminsaft und 2 Toast mit Butter und Honig.
Dann ging es ins Bad und anschließend wurde noch kurz mit der Blackroll die Fußsohle, Wade und Oberschenkelrückseite gerollt ( ich habe damit vor längeren Läufen gute Erfahrung gemacht und das sollte heute definitiv einer werden ). Gegen 6:15Uhr bin ich dann los. Stefan und ich waren zwischen 7:00Uhr und 7:30Uhr beim Buchstaben F (wie Flitzpiepen :D) am Familientreffpunkt verabredet. Hat auch soweit ganz gut geklappt, jetzt wollten wir noch auf die anderen beiden warten. Da lasen wir im Teamchat, dass Simon gerade aufgestanden ist. Na der hat ja die Ruhe weg. Also Teamfoto zu zweit.

Dann sind wir Richtung Beutelabgabe gegangen, haben uns dort fertig gemacht. Ich hatte aufgrund des nicht so tollen Wetters mir alte Sportsachen angezogen, die ich erst kurz vor dem Start ausziehen wollte. Dann habe ich mir 6 Gels mit Sicherheitsnadeln vorn an die Hose gemacht, die ich dann an den Kilometern 9 – 17,5 – 25 – 30 – 36 – 40 und einen zur Reserve kurz vor den Wasserstationen nehmen wollte. Um es vorneweg zu nehmen, es hat auch so geklappt. Den zusätzlichen, habe ich bei der Wasserstation zwischen 30 und 36 genommen. Dann haben wir unsere Beutel abgegeben und sind uns warmlaufen gegangen, anschließend noch kurz Pipi machen und ab in die Startblöcke. Stefan war im letzten Block E, dem letzten Block der 1. Startwelle und der startete schon um 9:15Uhr, ich in F, dem 1.Block der 2. Startwelle um 9:35 Uhr. Im Startblock war es schon ganz schön voll, obwohl es noch 45 Minuten bis zum Start um 9:35 war. Die Stimmung war schon genial und die Zeit wurde von den Organisatoren super durch kleine Berichte, die Ansprache des Mediziners und ein überfliegen der Marathonstrecke überbrückt.

Die erste Startwelle war bereits weg und wir wurden zur Startlinie geführt. Ich war ca. 10 Meter hinter der Startlinie, also fast vorne. Dann ging’s los. Da es vorne nicht so ein Gedränge gab, konnte ich mich relativ schnell auf meine geplante Pace von ungefähr 5min/km einpendeln. Die um mich herum liefen ungefähr das gleiche Tempo. Kurz nach dem Start standen schon Eve und Felix von den Flitzpiepen an der Seite und riefen meinen Namen.

Ich schaute zur Seite und sah erst Felix mit seiner Perücke und daneben Eve. Da musste ich schon das erste mal lachen. Es ging weiter und lief auch sehr locker und flüssig. Bei km 12 am Strausberger Platz sollte ich Robert treffen. Das klappte auch und es ging weiter. Zwischendurch fing es immer wieder mal zu nieseln an. Manchmal musste man aufpassen, das man nicht in die Pfützen trat denn mit nassen Füßen und Schuhen zu laufen ist ja auch nicht so prickelnd. Im Laufe der Zeit wurde die Pace ein bischen langsamer, aber das war OK. Am wilden Eber bei km 28,3 wartete Simone, die ich schon von weitem sah. Sie sagte mir später meine prognostizierte Zeit stimmte fast auf die Sekunde. Das heißt ich hatte bis dahin eine 5er Pace im Schnitt. Kurz danach rief jemand von der Seite meinen Namen und ich entdeckte Ingo. Das war ne Überraschung. Dann ging es weiter, am Hohenzollerndamm war Nico und am Fehrbelliner Platz rief wieder jemand. Da war Chantal. Ein bisschen weiter so bei km 33 machten sich meine Waden bemerkbar und drohten zu verkrampfen. Ich nahm das Tempo ein wenig raus und kam so gut weiter. Am Nollendorfplatz bei km 37 waren dann mehrere Flitzpiepen und jubelten mir zu.

Die passten da voll rein. So ab km 35 hatten sich irgendwie alle verrückten dort eingefunden und schrieen die Läufer an wenn sie langsamer wurden und aufgeben wollten ( mach weiter, nicht aufgeben, du siehst noch gut aus, ist nicht mehr weit, das schaffst du … ) Ich dachte mir, wo bin ich denn hier gelandet und bekam das grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Bei km 39, 5 traf ich wie verabredet Robert wieder. Bei km 41 stand dann meine Frau Silvi und unsere Tochter Jenny.

Kurz bevor ich da war rief Robert von der anderen Seite, er muss da irgendwie noch schnell mit dem Rad hingefahren sein. Ich klatschte mit Silvi ab, Jenny stand ein bisschen höher, ich hätte sie fast übersehen, es reichte nur noch für einen Blickkontakt. Dann nach km 41 noch einmal rechts und links und schön war ich “Unter den Linden” und konnte schon das Brandenburger Tor sehen. Da war es dann nicht mehr weit. durchs Brandenburger Tor und kurz dahinter war das Ziel. Ich freute mich riesig. Die Uhr stoppte bei 3:41:51. Ich schaute mich um und ließ die ganze Atmosphäre erst mal ne Weile auf mich einwirken. Dann ging ich langsam weiter und bekam meine Finishermadaille. Nun wollte ich mal was anderes als Wasser trinken. Es gab Isogetränke und warmen Eistee. Jetzt musste ich aber erstmal an einem Baum meine Waden dehnen. Ich ging weiter in Richtung Beutelabgabe und holte mir erstmal noch 2 Erdinger alkoholfrei. Stefan und ich hatten besprochen dass wir uns eventuell bei der Beutelabgabe treffen, jedoch glaubte ich nicht daran. Erstens startete er 20 Minuten früher und zweitens wollte er unter 3:30 bleiben. Zu meiner Überraschung war er aber da und hat freundlicherweise auf mich gewartet. Wir haben uns dann gegenseitig gratuliert und sind dann zusammen aus dem abgesperrten Bereich heraus. Dann bin ich zu Silvi und Jenny gegangen und wir haben einen Weg zum Auto gesucht ( wir mussten nochmal über die Laufstrecke, am U-Bahnhof Potsdamer Platz konnten wir darunter durch. Dann ging es nach Hause zum duschen, Kuchen essen und “wählen gehen” stand auch noch auf dem Programm. Ich bin immer noch völlig geflasht vom Marathon, immer wieder kommt es hoch. Ich hoffe das hält noch lange an. Es war bestimmt nicht der letzte Marathon. Nächstes Jahr noch nicht ( Das habe ich Silvi versprochen ) aber dann…

Unsere Tochter Jenny ist in der Grundschule damals den Minimarathon gelaufen. Da war der Lauf noch vor dem Marathon. Das war für die Kinder und die Eltern schöner. Direkt vor dem Start – genial. Wir haben dann gewartet und uns den Start des Marathons angesehen. Da lief kurz vorm Start Alan Parsons Projekt – Sirous / Eye in the sky – Auf einmal hatte ich eine Gänsehaut und dachte: Das wäre echt der Hammer, hier mal zu stehen und einen Marathon zu laufen. Das war meine “Initialzündung”…

Es war mein zweiter Marathon, den ersten bin ich 2011 gelaufen. In dem Jahr ist meine Oma 100 Jahre alt geworden. Die Zeit war damals 3:58:50, das Ziel war unter 4 Stunden zu bleiben und es hat geklappt. Diesmal war meine Prognose aufgrund des Halbmarathons vor 3 Wochen eine 3:40 – 3:45. Haut also auch hin. 17 Minuten schneller. Da bin ich sehr stolz drauf. Mal sehen was nächstes mal drin ist.

Eigentlich wollte ich 2013 meinen zweiten Marathon laufen. Doch es kam alles anders. Noch bevor der Trainingsplan begann, bekam ich bei einem 20km Lauf im ruhigen Tempo einen dicken Knöchel. Also ab zum Arzt Diagnose: “Osteochondrosis Dissecans” im Sprunggelenk Grad 3-4 ergab das MRT. Das ist eine Veränderung des Knochens. Ich sollte nie wieder laufen gehen können. Ich war noch bei einem anderen Arzt, der das aber leider bestätigte. Es folgte ein Tal der Tränen. Nie wieder laufen, ich konnte das gar nicht glauben. Ich begab mich ins Internet und stieß auf die Seite www.dr-feil.com. Auch wir haben ja hier schon einiges davon getestet! Es geht dort zwar in erster Linie um Arthrose, aber die Ursache dafür könnte die gleiche wie bei mir sein. Das war mein Strohhalm. Ich bestellte mir das Buch, las es durch, stellte meine Ernährung radikal und konsequent um ( nach 6 Monaten lockerte ich das ein wenig auf ) und bestellte mir die Gelenknährstoffe, die ich ein Jahr nahm. Nach 6 Monaten, also in Frühjahr 2014 wagte ich meinen ersten Lauf über 2 km. Der Fuß hielt, nichts wurde dick. Die Läufe wurden immer länger, es folgten die ersten Wettkämpfe Triathlon, Olympisch, Halbmarathon, Big 25, Triathlon Mitteldistanz und jetzt der Marathon.

Jetzt nach dem Marathon kann ich sagen: Alles ist möglich, du musst nur dran glauben. Bei mir hat es funktioniert, es klappt auch bei dir,  glaube mir.

 

“Let the Dream come true”

Vielen Dank an dieser Stelle noch an SCC Events für diese tolle Veranstaltung,  an die vielen tausend Freiwilligen und stets freundlichen Helfer ohne die es diesen einzigartigen Berlin Marathon nicht geben würde, sowie an die vielen Zuschauer, die immer für eine super Stimmung sorgen und die Läufer jederzeit anfeuern und zum weiterlaufen animieren.

4 Kommentare zu Berlin Marathon 2017 – Holger auf Bestzeitenkurs

  1. Jenne sagt:

    Glückwunsch zum Finish und der tollen Zeit. In dem Dreh wollte ich eigentlich auch ankommen, war ja beim Benz-HM kurz vor dir im Ziel. Hatte aber nicht meinen besten Tag, fiel mir schon ab KM 28 schwer. Aber bin zumindest noch unter 4 Stunden durchgekommen. Schön das Dir der Sport bei deinen Beschwerden hilft. Mach weiter so, man sieht sich

    • Holger sagt:

      Vielen Dank, dir auch herzlichen Glückwunsch fürs durchkämpfen. Die Beschwerden mit dem Fuß waren nach dem halben Jahr damals verschwunden und sind auch nicht wieder aufgetreten.

  2. Chris Chris sagt:

    Holger du bist echt der Knaller!
    Weiss nicht ob ich mich so wieder gerappelt hätte nach so einer Diagnose.
    Musst du mich wohl beim 45. zur PB coachen 😉

    • Holger sagt:

      Danke Chris, ist sehr gut gelaufen damals. Das schwierigste war den Einstieg zu finden, danach ließ. Zum 45igsten sind wir nicht da, den wirst du wohl allein bewältigen müssen. Die Trainingspläne aus dem großen Laufbuch von Herbert Steffny sind sehr gut. Den Marathonplan kann ich dir nur empfehlen, dann sollte es mit deiner PB klappen.

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