Thule Urban Glide – Unser Laufbuggy im Dauertest

Veröffentlich am: 17. Februar 2018

In der Kategorie: Testberichte_Ausrüstung

Verfasser(in): Chris

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Wie die meisten von euch ja wissen, ist bei den Flitzpiepen der “Mini-Piepen” Boom ausgebrochen.

Allerdings ist die Kombination aus regelmäßigen Training und kleinem Baby zuhause nicht so einfach, gerade wenn beide Eltern gerne laufen gehen und das am liebsten zusammen!

Was wären die Alternativen? Laufband anschaffen, Babysitter organisieren, Oma/Opa regelmäßig nerven oder man legt sich einen Babyjogger zu, mit dem beide (alle drei) gleichzeitig trainieren können.

Wichtig war uns, das er ergonomisch fürs Kind geformt und möglichst klein und wendig ist. Beim Recherchieren kommt man an Thule nicht vorbei und der Urban Glide 2.0 fiel uns sofort positiv auf. Da wir nicht zwangsläufig einen Jogger brauchen, den man ans Rad befestigen kann, war der einfach perfekt.

Ab wann kann / sollte man einen Laufbuggy nutzen:

Das muss jedes Elternteil für sich entscheiden! Wir haben natürlich vorher auch viel rumrecherchiert. Wie viele es empfehlen, sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir das erst machen, wenn unsere Minipiepe selbstständig sitzen kann! Auch mit der besten Federung merken die Kinder Erschütterungen im Kinderwagen/Laufbuggy und somit war für uns klar, erst dann fangen wir damit an. Es gibt natürlich auch Hängemattenensätze für andere Modelle, wo man das Kind direkt ab der Geburt oder ein paar Monate später reinlegen kann. Das war für uns aber noch zu früh.

Als das Paket kam, waren wir positiv überrascht. Alles war schon komplett vormontiert. Lediglich die Reifen mussten aufgesteckt und einmal aufgepumpt werden, schon war der Laufbuggy startklar. Kein Ikea-Steck- und Bastelset. So muss das sein. Ebenfalls positiv aufgefallen ist uns, dass der Buggy und seine Teile kaum bis gar nicht künstlich/chemisch rochen.

Wie überall, gibt es Sachen die den Laufgenuss noch weiter versüßen sollen.

Das Zubehör :

Das Regenverdeck – im letzten Berliner Sommer unverzichtbar – und einen Getränkehalter waren bei uns auf der Liste. Ob man den Getränkehalter für 24,95 € wirklich braucht, muss man selbst wissen. Für einen längeren Lauf auch ohne Trinkrucksack ist das aber eine schöne Option. Klar kann man das auch mit Kabelbindern selbst basteln, aber dann bekomme ich wieder Ärger, warum ich den Laufbuggy mit der Eigenkonstruktion verschandeln muss. Das Regenverdeck liegt beim UVP von 39,95€.
Eine Überlegung für den kalten Winter ist noch der wärmeisolierte Fusssack, allerdings liegt dieser bei 89.95€.
Da ich auch im Winter öfter mal mit der Minipiepe morgens in die Kita jogge, heisst es momentan noch extra warm einpacken und Decke drüber. Alle Fusssäcke die wir für unseren Kinderwagen haben, passen aufgrund der 5 Punkt-Gurtbindung nicht.

Wichtig war uns auch, dass der Buggy nicht stark künstlich riecht. Die Angst war da, da alle von Hause angebauten Teile mit einem Etikett versehen sind, wo alle Produktionsdaten und auch das Herkunftsland vermerkt ist. Das ist auch einer der wenigen Kritikpunkte. Alle Teile kommen aus Asien. Auch wenn Thule als schwedischer Hersteller bekannt ist, gefertigt wird in Asien. Allerdings roch kein einziges Teil stark künstlich!

Die Verarbeitung aller Teile ist sehr hochwertig. Nichts quietscht oder rastet noch schwer ein. Rundum hochwertig, das kann man bei dem Anschaffungspreis aber verlangen.

Zum Handling:

Mit einer Hand soll er auf- und zu zu klappen sein, das funktioniert bedingt. Mit Übung bekommt man ihn in einem Schwung aufgeklappt. Dafür muss man nur den blauen Griff unter der Fussablage zur Seite schieben und einmal halb drehen. Mit Kind auf dem Arm wird das aber schon zur Herausforderung. Dafür ist er für Frauen (bitte pauschal verstehen) einfach zu schwer, zumindest Christiane tut sich da schwer. Beidhändig ist das aber leichtgängig und sehr gut zu machen.

Das Vorderrad ist beim Thule Urban Glide (Achtung beim Thule Urban Glide gibt es nur ein festes Rad)  mit einer Verstellschraube entweder fürs Laufen fixierbar oder fürs normale spazierengehen freibewegliche einstellbar. Sollte man nicht gerade mitten in der Grossstadt wohnen und erst um zwanzig Ecken fahren müssen um eine einigermaßen gerade Strecke zu haben, ist man gut daran das Rad zu fixieren. Der Buggy läuft dann wirklich schnurgeradeaus.
Für engere Kurven hebt man durch Druck auf den Schiebegriff einfach das Vorderrad an und biegt ab. Mit ein bisschen Übung und Gefühl klappt das auch problemlos und die Minipiepe schläft -zumindest bei uns- locker weiter.

Der Griff zum Schieben ist höhenverstellbar und sowohl für größere Läufer wie mich (195cm), als auch für kleiner Läufer/innen durch drücken des seitlichen Knopfes leicht einstellbar. Klappt auch wunderbar beim Laufen, wenn das Kind im Buggy einfach an den Partner übergeben wird. Kein extra Anhalten nötig!

Verstauen:

Er ist auch zusammengeklappt und mit abmontierten Reifen ein Stück größer als ein Faltbuggy. Allerdings viel flacher. Wichtig! Wie beim Kinderwagenkauf, testet es vorher mit dem Auto aus, ob er auch zusammengeklappt rein passt und ihr noch Platz für andere Sachen habt. Reisen mit Kindern gleicht ja immer einem Umzug.

Die Ausstattung:

Der 5 Punkt-Sicherungsgurt fürs Kind ist weich gepolstert und rastet fest ein. Durch die Doppelsicherung zum Öffnen, besteht wenig Gefahr, das sich der Nachwuchs während der Fahrt unbemerkt befreit.
Die Sitz- Liegefläche lässt sich mit einem Zipperschnellverschluss auch Stufenlos von leicht liegend bis fast gerade liegend verstellen. Stauraum sowohl fürs Kind als auch für Wechselsachen oder kleine Einkäufe zwischendurch ist genug gegeben. Zwei Staufächer für Trinken oder Snacks und ein Kuscheltier für den Nachwuchs sind direkt im Buggy. Ein Netzfach auf der Rückseite für Kleinigkeiten, die fixiert werden können und ein größeres Fach mit Klettabdeckung im Fussraum bieten viel Platz. Für den Schlüssel oder Kleingeld gibts sogar einen Reißverschlussfach.
Das Verdeck lässt sich sowohl auf und zu klappen, um vor Sonne zu schützen, was mir persönlich aber gut gefällt, ist das man es auch ganz nach vorn klappen kann und so das Kind nicht geblendet wird, man es aber von oben gut sehen kann. Was auch durch die zwei klappbaren “Fenster” geht.

Am Handgriff ist eine Schlaufe, damit das Kind sich nicht bergab einfach davon macht ;)
Eine Extra Handbremse am Griff wie beim Thule Glide gibt es nicht. Dafür eine zugegeben etwas schwergängige Fussfixierbremse. Allerdings wenn sie festgestellt ist, ist sie auch fest.

Das alles gibt es zum UVP von 699,-€ für den Einsitzer und wenn man das doppelte Kinderglück Zuhause hat, bekommt man für 799€ den Doppelsitzer. Schnäppchenalarm, da Thule gerade den Urban Glide 2 veröffentlicht hat, spart ihr 300€ für das Modell.
Alles in allem ist er sicher kein günstiger Laufbuggy, aber den Vergleich zu den Mitbewerbern, die ein ähnliches Preissegment aufrufen, muss Thule mit Sicherheit nicht scheuen.

Der Lauftest:

Soviel vorab, der erste Test wurde von unserer Minipiepe komplett verschlafen (und nicht nur diesen). Was ein gutes Zeichen ist, weil Kinder (zu mindestens unsere junge Dame) ja nur schlafen, wenn sie sich wohlfühlen oder komplett erschöpft sind.

Der Thule Urban Glide ist sehr leichtläufig, er rollt quasi von allein mit einem kleinen Schubs und hält wie oben beschrieben erstklassig die Spur. Man braucht quasi keinerlei zusätzlichen Kraftaufwand um den Urban Glide in Bewegung zu bringen oder zu halten. Auf ebenen Wegen macht es besonders Spass. Leichte Schotterwege oder befestigte Waldwege schafft die Federung auch spielend, bei Zuckersand oder sehr feinen Sand ist aber Schluss. Das gleiche Problem wie beim Fahrrad. Das ist aber normal und ausser mit Breitreifen nicht anders zu lösen.
Das einzige was mir hier noch auffiel ist, dass man verstärkt bei Bergauf laufen aufpassen muss nicht zuviel Druck auf den Griff von oben zu geben, da sonst der Buggy nach hinten kippt. Das ist der Gewichtsverteilung auf der Hinterachse geschuldet, damit man locker und leicht um die Kurve kommt. Wenn man es weiss und dran denkt kein Problem, aber mir ist des Öfteren das Vorderrad abgehoben.

Fazit:

Chris:
Es ist zwar unser erster Laufbuggy im Dauertest, aber Proberunden mit anderen Modellen und Herstellern haben wir auch schon gedreht. Ich bin ein kleines bisschen in den Thule Urban Glide verliebt. Ich nutze ihn sogar lieber als unseren “Stadtbuggy” da er viel wendiger ist. Einzig die Preise fürs Zubehör finde ich bei dem vergleichsweise nicht so günstigen Anschaffungspreis doch eher teuer.  Aber gut alles kann nichts muss…
Er macht auf jedenfall viel Spass und auch nach diversen Laufkilometern, kein Verschleiss zu sehen und auch bisher kein Platten! Wer auf der Suche ist, einfach mal testen. Mir gefällt er sehr gut und ich nutze ihn regelmäßig und mit großer Freude!


Christiane:

Anfangs war ich dem Thema Laufbuggy eher skeptisch aufgeschlossen. Auch wenn ich meine Tochter sehr liebe, wollte ich die Zeit zum Joggen auch mal für mich nutzen und mich nicht noch mit einem sperrigen Jogger rumärgern. Als wir den Urban Glide das erste mal ausprobiert haben, wurden meine Zweifel aber beseitigt. Man kann auch mit Laufbuggy entspannt laufen. Auch die Möglichkeit zu haben, als Familie gemeinsam laufen zu gehen, hat mich überzeugt. Ich muss sagen, dass ich vom Thule Urban Glide wirklich begeistert bin. Im Gegensatz zu den Joggern, die auch als Fahrradanhänger genutzt werden können, ist er sehr kompakt und wendig. Wichtig für mich war, dass sich unsere Tochter darin wohlfühlt. Und wie Chris bereits beschrieben hat, tut sie das. Er ist sehr leichläufig und fällt kaum als zusätzliche Belastung beim Laufen auf. Zu den oben bereits erwähnten Nachteilen würde ich mir noch eine Handbremse wünschen. Gerade bergab würde mir das ein sicherers Gefühl geben. Alles in allem kann ich den Thule Urban Glide vollen Herzen empfehlen.

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