Ein besonderes Velothon Wochenende – Das Rennen

Veröffentlich am: 7. Juli 2015

In der Kategorie: Radfahren

Verfasser(in): Chris

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Wie Ihr in Teil 1 schon gelesen habt, war der Samstagvormittag mit vielen tollen Produkten und dem Garmin Presse Event verbunden. Den Nachmittag nutzen wir, um uns mit den extra fürs Rennen gestellten Rennrädern bei einer Testfahrt vertraut zu machen. Mich erwartete ein Cervelo S3, es war ein Geschoss. Mein eigentliches Rennrad ist ja ein Bulls, was ich vor 3 Jahren mal gebraucht gekauft  und seit dem auch sehr lieb gewonnen habe. Aber das Cervelo war einfach ein Hammer (hoffentlich liest mein Bulls das nicht). Es ging einmal zur Velomesse und quer durch die Stadt.

Kaum wieder am Hotel angekommen, ging es zur Garmin eigenen Pasta Party ins Basil. Unter den Gästen waren auch viele Freunde und diverse Mitarbeiter von Garmin, die sich gemeinsam mit toller Pasta auf das Rennen einstimmten.

RACEDAY:

Um 5 Uhr klingelte der Wecker, so dass sich alle 60 Km Starter, nach einer doch leicht unruhigen Nacht, um 5:30Uhr am Frühstücksbuffet trafen.

Viel bekam ich vor Nervosität nicht runter, aber irgendwas musste rein. Um kurz nach 7 Uhr starteten wir gemeinsam mit den Rädern in Richtung Velothon-Start im Tiergarten.

Jetzt ging mir die Düse! Im Startblock D hatten wir einen extra Garmin VIP Platz und je näher der Start kam, umso mehr stieg mein Herzschlag. Es war halt doch mein erstes Radrennen überhaupt und wenn ich an die letzten Jahre nur ans Zusehen oder auch die diversen Videos denke, kamen mir unweigerlich immer wieder die unzähligen Stürze vors Auge.

Ich hielt mich im Startblock direkt mal an Jule. Sie ist ein “alter Hase” was Radrennen anging und da sie den Velothon “locker” angehen wollte, dachte ich hier bin ich richtig.
Die ersten Startwellen waren unterwegs und näherten sich im 5 min Takt. Erst Block A,B und C und dann wir. Ok Chris, bleib bei Jule sie weiss das schon richtig einzuteilen.

Peng!! Startschuss und wenn Jule sagt ich mach ruhig, heisst das wohl ich drehe beim Startschuss frei und KETTE RECHTS! Ich wusste nicht wie mir geschah, als sie auf einmal neben mir weg war und schaute das sie ganz vorne raus kommt. Zum Nachdenken war keine Zeit, ich also hinterher. Schon fand ich mich mit locker 42 km/h direkt mal nach dem Start mitten auf der Strecke wieder.
Keine 2 km gefahren passierte es schon. Rund 20 Meter vor mir berührten sich beim Rechtsabbiegen zwei Teilnehmer und stürzten. Wir kamen gerade noch gut aussen herum, aber mein Puls war noch höher als beim Start. Ich fuhr etwas verhaltener und Jule tauchte mal vor mir, mal neben mir und mal hinter mir auf. Egal wo ich sie sah, es war immer mit breitem Grinsen, quasi tiefenentspannt.
Im Grunewald war dann noch ein Radfahrer irgendwie in Abhang gestürzt, hier halfen aber bereits diverse andere Teilnehmer und auch die Streckenposten!

Was mir besonders auffiel und hier auch sehr lobend erwähnt werden soll:

Die Helfer an der Strecke waren Spitze !!!

Egal ob es darum ging Gefahrenstellen wie Mittelinseln oder scharfe Kurven anzuzeigen oder einfach nur die Teilnehmer anzufeuern. Mir ist nicht ein Helfer aufgefallen, der nicht gut gelaunt war. Auch bei Unfällen stürmten sie sofort auf die Strecke, sicherten ab und leiteten die anderen Fahrer um die Stellen herum! Vielen Dank an jeden einzelnen!!!!

Nach dem Anstieg am berühmten Willi im Grunewald kam mein Mut wieder durch. Ich hing mich an eine kleine 5er Gruppe und fing an mal zu schauen was mein Cervelo und die leibeigenen Beine so hergaben. Anstatt einfach immer sich hinten dran zu hängen, begann ich immer öfter die Führungsarbeit zu übernehmen. Das machte langsam richtig Spass. So ging das immer im Wechsel fast schon wie im “Belgischen Kreisel“. Immer wenn ich merkte da war noch mehr Kraft, brach ich mal aus und suchte mir die nächste Gruppe weiter vorn.

Wir kamen ungefähr bei Kilometer 35 an den ersten Verpflegungspunkt. Ehrlich gesagt hab ich mich die ganze Zeit gefragt wie das gehen soll. Das die Flaschen, wie beim Triathlon, gereicht werden wäre ja bei der Masse an Startern zu gefährlich! Fragen wollte ich auch keinen, ist ja peinlich ;)

Für alle die auch noch kein Radrennen selbst gefahren sind: Man kann beim Verpflegungspunkt rausfahren und muss anhalten und sich bedienen. Bei 60km aus meiner Sicht unnötig, da ich zwei volle Trinkflaschen und zur Not zwei Gels bei hatte.

Ich fuhr weiter, die abschüssige Straße auf den Herrmanplatz nahm ich mit knapp 57 km/h , ja es war sehr viel Mut zurück gekehrt! Die Beine wurden einfach nicht müde und alles lief von allein. Dafür das ich erst eine Saison so halb regelmäßig Rennrad fahre, lief das fast schon zu glatt. Ich bin noch nie am Stück die 60 km ohne Pause durchgefahren und wartete quasi auf meinen Einbruch. Bei km 59 waren wir am Alexanderplatz und bogen rechts ab.
Halt mal – sollten es nicht nur 60km sein? Am Ende waren es doch 66,5 km , aber mit das GEILSTE kam am Schluss. Die lange Gerade aufs Ziel zu. Ich stieg nochmal aus dem Sattel und gab alles, mein persönlicher Zielsprint. Die Zuschauer machten richtig Lärm. Rechts und Links wurde auf die Bande gehauen und ich bekam nochmal eine richtige Gänsehaut.

Wow, wenn das nicht ein geiler Zieleinlauf ist, weiss ich es auch nicht.

Ich war tatsächlich im Ziel. Sturzfrei war mein oberstes Ziel und dann noch so schnell. Statt einem angenommenen Durchschnittspace von 30-32km/h hatte ich einen Schnitt von 36,81 km/h. Am Ende standen 1:48:24 h auf dem Tacho oder besser dem Edge 1000 ;)

 

Im Zielbereich traf ich dann noch Steve, Stefan und Hannes auf einen kurzen Plausch, auch hier kamen alle gut und sturzfrei durch!

Wow ich war regelrecht geflasht. Zur Belohnung gab es noch eine Massage im Garmin VIP Zelt und dann ging es zurück zum Hotel. Ich musste meinem neuen Freund dem Cervelo S3 auf wiedersehen sagen.
Das Argument, das es eh vollgeschwitzt war und niemand mehr nutzen wollen würde, nahm man mir leider nicht ab.

Ich möchte mich auf diesem Wege nochmal bei allen bedanken, die dieses Wochenende zu einem ganz besonderen gemacht haben. So richtig kommt es erst alles nach und nach an, wie toll es wirklich war.

IMG_2851

Danke liebe Bloggerkollegen und ganz besonders Garmin Deutschland für dieses unvergessliche Wochenende!

Danke auch an Maudi, der so lieb war mich/uns Samstag mit der Kamera zu begleiten, damit wir hier ein paar nette Bilder haben, ich war irgendwie mit mir beschäftigt :)

Run Bike on…Chris

2 Kommentare zu Ein besonderes Velothon Wochenende – Das Rennen

  1. Aber echt. Was ein tolles Wochenende und was für ein super Radrennen. Nun der passende Bericht dazu. Schön, noch einmal etwas drüber zu lesen. Nächstes Jahr dann wieder.

  2. Chris Chris sagt:

    Hoffentlich nächstes Jahr wieder, bin noch immer auf Adrenalin wenn ich dran denke ;)

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