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Testbericht: Garmin Fēnix2 – Der Allrounder im Praxistest

von Chris

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Zur Zeit benutze ich u.a. die Garmin Forerunner 310 xt. Es war gleichzeitig meine erste Triathlonuhr und bisher bin ich auch super mit ihr zufrieden. Seit ich allerdings beim Garmin for Runners teilgenommen hatte und dort die Garmin Forerunner 620 testen durfte, war ich schon sehr von den neuen Technikmöglichkeiten begeistert. Bodenkontaktzeit, VO2max Berechnung und und und , da kam ich beim Stöbern im Internet zwangsläufig auf die Garmin fēnix™ 2

“Der Alleskönner am Handgelenk?!”

Dank Garmin Deutschland durfte ich diese ausgiebig testen und hier lest ihr zusammengefasst, was Sie so alles kann.

Als die Uhr bei mir eintraf, war ich schon allein von der Optik  begeistert.  Schlicht schwarz, weiches Armband, für mein Handgelenk wie gemacht. Sehr gut verarbeitetes Gehäuse mit gut bedienbaren Knöpfen an der Seite. Kurz um die Uhr macht optisch so einiges her!

Einzig das “invertierte” (schwarzer Hintergrund mit weisser Schrift) Display, war im ersten Moment gewöhnungsbedürftig. Dazu aber später mehr.

Lieferumfang :

  • Fēnix 2-GPS-Uhr
  • HRM-Run™ (Herzfrequenz-Brustgurt “Run”)
  • Textilarmband-Set   (Für Wintersportler um die Uhr über eine dicke Winterjacke zu tragen)
  • USB-Lade-/Datenkabel
  • Netzteil
  • Schnellstartanleitung

Bedienungskonzept

Die Fēnix 2 verfügt über 5 Knöpfe zur Bedienung. Auch hier gilt, einfach ausprobieren. Spätestens nach dem 2. Lauf hat man es verinnerlicht.

Links oben: Licht                                         Rechts oben: Start/Stop
Links mitte: hochblättern
Links unten: runterblättern                      Rechts unten: Back/Lap

 

Dann ging es nach der ersten Aufladung, natürlich ans einstellen der persönlichen Daten und das Einrichten sämtlicher Funktionen. Was mich als technikbegeisterten zwar zum Einen total freute, zum Anderen aber vor die ein oder andere Herausforderung stellte. Die diversen Datenfeldeinstellungen kenne ich zwar von meiner 310xt und anderen Garmin Modellen, aber bei der Fēnix 2 hat man gefühlt über 100 Variabelen, die man tausendfach kombinieren kann. Wow das forderte mich schon mal mehrere Stunden.

Auf Start und los…

Fast, Garmin hat schon im Vorfeld mehrere Profile angelegt u.a. Trailrun, Radfahren, Laufen, Schwimmen, Multisport und und und ….
Inklusive der eingerichteten Datenfelder zur Vereinfachung für den Nutzer. Da ich natürlich schon im Vorfeld daran rumspielen musste, durfte ich mir das Laufen wieder komplett neu einstellen.

Ob Ski, Langlauf, Schwimmen(Freiwasser und Pool), Indoortraining, Trailrunning, Wandern, Radfahren und und und… Es gibt für fast alles schon ein vorgefertigtes Profil mit den entsprechenden Datenfeldern.

Tipp: Zuerst einmal Testen was vorgegeben ist, danach nachjustieren was einem selbst fehlt.

Ich hatte auch den HRM-Run (Herzfrequenz-Brustgurt “Run”) mit im Testpaket (sog. Performer Bundle).
Dieser wertet zusätzlich zur Herzfrequenz auch Schrittfrequenz, vertikaler Bewegung und Bodenkontaktzeit aus. Zudem ist der neue Textilgurt im Vergleich zum alten Stoffgurt ein regelrechter Tragegenuss! Den Stoffgurt meiner bisherigen Uhr musste ich schon bügeln um ihn überhaupt glatt zu bekommen.
Den Textilgurt kann man übrigens auch mit dem alten Sensor verwenden, für alle geplagten Mitnutzer, vielleicht ist es mal nen Grund den Gurt separat zu erneuern, es lohnt sich!

Alles zusammen ermittelt wie es um meine Laufeffizenz und meinen VO2max Wert aussieht ( Wer sich dafür genauer interessiert, sollte den Link mal nutzen, Horst von Bohlen, ein guter Bekannter der Flitzpiepen erklärt es hier sehr einfach aber ausführlich).

Des Weiteren noch wie lange meine empfohlene Erholungszeit beträgt und was ich ungefähr auf 5km , 10km, 21km und 42,195km laufen werde.

Es ist ein Hochgenuss für Auswertungsverrückte! Auch wenn meine empfohlene Erholungszeit am Anfang etwas sehr nach oben schoss!  71h Pause, da bleibt von der Woche ja nichts mehr übrig.

Der kleine Luxus beim Laufen…

Beim Laufen tut sie was sie soll, und das sehr gut. Das invertierte Display ist sehr gut zu lesen. Wenn ist draußen dunkel wird, ist die rote Displaybeleuchtung zum Ablesen ein Traum. Es ist nicht zu grell, blendet nicht und vor allem es ist alles gut erkennbar. Am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber eine gut durchdachte Idee. Da die Uhr einen starken Akku beinhaltet, kann man sie locker 2-3 Wochen auch als Alltagsuhr tragen, ohne sie laden zu müssen. Ich hatte im Test nach ca. 2 Wochen immer noch 61% Akkuleistung. Sollte man allerdings Bluetooth dauerhaft aktiviert haben, könnt ihr die Uhr noch am Abend neu laden, da dieses unheimlich Akku zieht.

Für die Trailrunner unter uns, biete die Uhr so einiges:

Sowohl einen barometrischen Höhenmesser, einen Temperatursensor,  elektronischen Kompass und auch direkt auf der Zeitanzeige werden die Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeiten angezeigt. Was will man mehr…

Das Navi immer dabei…

Navigieren über selbst erstellte Routen oder bereits abgelaufene Strecken kann man mit dem “Alleskönner” natürlich auch. Ich habe es ausprobiert und wollte im Berliner Grunewald unsere Laufstrecke die wir beim Lauftreff bereits genommen haben ablaufen. Es klappte größtenteils auch recht gut, allerdings hat man im Grunewald öfter mal 2-3 recht ähnliche Abzweigungen, was mich immer mal nen kleinen Umweg laufen ließ. Selbst erstellte Routen übers Netz lassen sich aber genauso raufladen und dann gehts los.
Von Vorteil auch hier ein natürlicher guter Orientierungssinn, meiner ist da manchmal etwas “untrainiert”.

Der Zoommodus ist leider noch nicht optimal gelöst. Es ist sehr umständlich immer weiter rein zu zoomen um gerade im Wald den richtigen Weg zu erkennen. Wie ich via Twitter von anderen Usern hörte, ist er erst durch ein Update eher schlechter geworden. Also nach dem nächsten kann es wieder anders aussehen.

Triathleten unter uns?

Für mich als Triathlet war Multisport natürlich ganz wichtig.  Unterstützen tut sie ja jede einzelne Sportart. Beim Schwimmen in einem See oder im Schwimmbad speichert die Fēnix 2 sowohl Schwimmzüge, Intervalle, Distanz, Pace, Armzüge etc. aber leider auch keine Herzfrequenz (wie leider fast alle Hersteller).

Beim Radfahren liefert sie über die optionalen Sensoren (meine 310xt waren kompatibel) alle Informationen zum Training wie z.B. Trittfrequenz und Leistung. Das Mulitsport-Profil ist speziell für Triathleten konzipiert um die einzelnen Sportarten und die Daten in der Wechselzone aufzuzeichnen. Leider stellt sie, allerdings wie alle Uhren nur jede Sportart einzeln da, keine zusammenhängende Aufzeichnung. Was mich zudem noch stört. Es gibt keinen Schnellwechselrahmen wie bei den 310xt und 910xt. Den liebe ich, da ich z.B. beim Neo ausziehen einfach schnell rausklicken und direkt aufs Rad einklicken kann.

Es gibt zwar eine Fahrradhalterung, allerdings nicht geeignet bei Kurzdistanzen, wo es um Sekunden geht, da man die Uhr extra öffnen und durchfädeln muss.

 Livetracking, Updates, technisches und mehr

Wollt ihr anderen via LiveTracking zeigen wo ihr seid, eurer Twittertimeline oder via Facebook einen Link schicken, damit sie sehen wo man ist? Auch das kann die Fēnix 2. Bluetooth macht s möglich. Ganz nebenbei könnt ihr euch auch unterwegs sämliche SMS, Emails, Twitter und Facebookbenachrichtigungen direkt auf der Uhr anzeigen lassen.

Super Sache, allerdings wenn es ein längerer Text ist, wird das Lesen mit dem runterscrollen schon etwas anstrengend. Aber um mal nen Blick zu wagen, ohne gleich das Handy zu zücken ist das super.

Einen Haken hat das ganze aber, was ich persönlich sogar als sehr großen Nachteil sehe. Sobald ich Bluetooth aktiviere, habe ich keine Ant+ Aufzeichnung mehr. Was wiederum bedeutet, die Herzfrequenz wird nicht gemessen. Also entweder Nachrichten oder Herzfrequenz, beides gleichzeitig geht nicht!!!

                    Ps. Telefonieren geht aber noch nicht über die Fēnix 2, vielleicht mit der Fēnix 3 :)


Das Thema Updates ist auch mal zu erwähnen. Da meine 310xt keinerlei Update Unterstützung erhält, wird an der Fēnix 2 regelmäßig justiert. In 30 Tagen Testzeit, hatte ich bestimmt 4x die Updateanzeige am PC oder in der Connect App.

Was mich noch positiv überraschte, die Uhr wird wieder über die mitgelieferte Ladeklemme oder bei verbundenem Smartphone über die App syncronisiert. Endlich ist der von mir “verfluchte” Ant+ Stick Geschichte. Vielleicht bin ich auch einfach zu anspruchsvoll, aber in 2 Jahren hab ich max. 5x eine konstante Verbindung ohne 3-4mal neu koppeln hinbekommen.

 

 


 

Die Auswertung der einzelnen Aktivitäten nimmt man am besten am heimischen PC vor oder wenn man vorher schon neugierig ist, schaut man auf der Uhr in die Historie oder über die Connect-App. Das durchscrollen und laden der Aktivitäten, nimmt allerdings auch hier etwas Zeit in Anspruch. Das ist sicher den tausenden Möglichkeiten die Uhr zu nutzen geschuldet, wie beim Smartphone, je mehr man drauf hat umso langsamer wird es.

Last, but no least… Virb-Konnektivität

Da ich zur Zeit auch im Genuss der Garmin Virb Elite Kamera bin, konnte ich auch das Zusammenspiel testen. Kurz und knapp erwähnt, das Koppeln mit der Virb funktioniert genauso gut, wie mit allen anderen Garminprodukten. Einmal gesucht, sofort gekoppelt und gesichert.
Man kann per Knopfdruck (allerdings minimal verzögert) Fotos auslösen, oder die Aufnahme starten. Da die Virb über einen seitlichen Schieberegler zum Videostart verfügt,  ist diese Funktion, es sei denn sie ist oben an einem Stativ befestigt, eine nette Zusatzfunktion. Mehr auch nicht.
Wenn man also sowohl die Fēnix2 als auch die Virb Kamera besitzt, hat man eine “kostenlose” Fernbedienung.

 


Wo Licht ist, ist auch Schatten…

In meinem speziellen Fall, hat die Fenix2 leider das ein oder andere mal die gelaufenen Routen etwas unsauber aufgezeichnet, was zu ein Distanzabweichung führte. Dies scheint gerade wenn keine freie Sicht nach oben ist oder zu viele Bäume um mich herum sind, ein Problem zu sein.
Bei meiner längeren Rennradtour, welche ja zwangsläufig auf der Straße war, trat  das Problem nicht auf. Ob es nur an meinem Modell lag oder ob die Fenix2 das immer mal macht weiss ich nicht, beim recherchieren stößt man auf beide Seiten. Die einen schwören auf die Genauigkeit, andere haben ähnliche Probleme.

Beim Schwimmen, dasselbe Problem, leider kenne ich hier KEINEN Hersteller, der das gelöst bekommt.

 

Fazit:

Um alle Funktion der Uhr nur halbwegs zu testen, hätte ich mindestens 6 Monate gebraucht, soviel  ist mit Ihr möglich.
Alles in allem eine wirklich gelungene Uhr mit einigen Punkten die verbesserungswürdig sind. Zudem ist

Die Fēnix2 zählt für mich zu einer der besten getesteten Laufuhren bisher. Wobei die Zielgruppe  aus meiner Sicht eher auf Trail- und Ultraläufern liegt. Allerdings haben Auswertungsjunkies und Straßenläufer mit der Fenix2 ganz sicher auch Ihre Freude.
Wer also eine stylische Uhr, sowohl für Alltag als auch Training sucht ist hier auch super bedient.

 

[box type=”info” style=”rounded” border=”full”] Hinweis in eigener Sache:
Das Testgerät wurde uns für den Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies nimmt keinen Einfluss auf unseren Test und das Ergebnis. Alle Texte sind frei formuliert und spiegeln unsere Eindrücke wieder.[/box]

 

Wie sind eure Erfahrungen, oder habt ihr Fragen?
Dann freuen wir uns über eure Kommentare..

 

Run on…Chris

 

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5 Kommentare

Din 30. Oktober 2014 - 19:53

Klasse Review, danke. Die Funktionen sind ja schon sehr umfangreich und ich hatte sie lange im Visier. Mit dem FR 620 hat man allerdings noch ein paar mehr Funktionen. Dennoch mag ich gerade ich gerade das Design. Schreit nach knallhartem Sport, Draußensein und Erlebnissen.

Reply
Chris 30. Oktober 2014 - 21:33

Das design ist der hammer, hab die so gern auch im alltag getragen! Find von der grösse her eher ne männeruhr, aber kann sehr viel! Danke fürs kompliment☺️

Reply
Din 31. Oktober 2014 - 20:04

Ja, das stimmt. Eine richtige Männeruhr. Find ich ja persönlich super. Nur etwas schwer. Also groß dürfen die Uhren dann schon sein. Aber leicht, sonst fällt einem der Arm ab.

Reply
Ianis 20. September 2015 - 12:00

Hey Chris klasse Review erstmal Danke.

Mir fehlt an der Uhr eine Einstellung bzw. hoffe, dass ich es einfach nicht gefunden habe. Und zwar habe ich die Aktivität Multisport auf Triathlon eingerichtet (Schwimmen, Radfahren, Laufen). Bei Koppeltrainings würde ich gerne auf ein zweites Multisportprofil zugreifen (Radfahren und Laufen) statt das einzige Multisport jedes Mal neu zu bearbeiten.

Hoffe du kannst mir da weiterhelfen.

Lg Ianis

Reply
Chris 21. September 2015 - 17:13

Hi ianis,
danke fürs Lob ;)
Leider hab ich die Uhr nach dem Test an Garmin zurück gesandt und kann das nicht testen. Versuch mal den Support zu kontaktieren, mir persönlich haben sie immer extrem schnell geholfen! Zur Zeit nuitz ich die Garmin 920xt und da hab ich sowohl fürs Koppeltraining als auch fürn Triathlon nen eigenes Profil angelegt. Das könnte bei dir die Lösung sein?!

Reply

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