Garmin Forerunner 945

Veröffentlich am: 3. März 2020

In der Kategorie: Testberichte_Technik

Verfasser(in): Chris

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Das ich der Marke Garmin nicht abgeneigt bin, weiss jeder der mich länger kennt. Meine Historie zu der Marke umfasst diverse Modelle, angefangen bei der Garmin 320xt, Fenix 3, 910xt , 735xt und nun die Garmin Forerunner 945.


Abgesehen von der Fenix 3 bin ich ausschließlich mit den Multisport/ Triathlon Modellen unterwegs gewesen und war auch immer zufrieden. Den Vergleich zu anderen Herstellern habe ich immer mal wieder versucht, aber die Bedienbarkeit, Menüführung und auch das “Backend” hier Garmin Connect finde ich z.Zt. einfach am Besten. Was mich bei anderen Herstellern immer gestört hat, war u.a. das ein Produkt auf den Markt geworfen wurde und viele der Hauptfunktionen mit denen auch geworben wurde, erst teilweise Monate nach Release via Update eingespielt wurden. Sorry Leute- sowas geht leider gar nicht, dann verschiebt bitte die Veröffentlichung bist das Produkt fertig ist!
Auch Garmin spielt regelmäßig Updates ein, ich kann mich jetzt aber bewusst an kein Update erinnern, was nochmal das Produkt komplett verändert hat.
Ich werde in vielen Punkten die 735xt als Vergleich nehmen, weil ich diese parallel zur Hand hab und nun seit über einem Jahr ausgiebig genutzt habe.
Ehrlich gesagt ist die Garmin 735xt auch Preis/Leistungstechnisch kaum zu toppen, wer aber auf die ein oder anderen Features die ich hier aufführe nicht verzichten will, sollte doch weiter lesen!

Lieferumfang :
Es gibt 2 Varianten, entweder Ihr bestellt das Einzelgerät, weil Ihr wie ich schon diverses Zubehör wie den HRM-Run Brustgurt habt und oder euch die Herzfrequenz beim Schwimmen nicht wichtig ist oder ihr wollt wirklich alle Daten der Laufökonomie etc. auswerten und holt euch das große Bundle.

Einzelgerät

  • Forerunner 945
  • USB Ladekabel
  • Bedienungsanleitung

Triathlon-Bundle

  • Forerunner 945
  • 1 zusätzliches schwarzes Armband (Uhr wird mit Blauem Armband ausgeliefert)
  • Herzfrequenz-Brustgurt HRM-Tri™
  • Herzfrequenz-Brustgurt HRM-Swim™
  • Schnellwechsel-Kit
  • USB Ladekabel
  • Bedienungsanleitung

Erste Kritik, was ich aber bisher bei allen Modellen kritisiere – warum gibt es für jedes Modell ein eigenes Ladekabel? Ich kann weder das vom 735er noch ein anderes Ladekabel nehmen. Das war z.B. bei meiner Challenge Roth ein Problem, für die 920xt ein Ersatzkabel zu bekommen, nicht mal am Garmin eigenen Stand, weil das Modell nicht aktuell war. Bitte verwendet doch mal in Zukunft für alle Modelle den selben Anschluss!!!!

Technik:
Pulsmessung am Handgelenk nichts neues. Das Prinzip haben wir auch schon mal in einem anderen Tests erklärt. Lichtimpulse messen die Geschwindigkeit des Blutflusses. Darum sollte man die Uhr möglichst eng am Handgelenk tragen. Neu ist hier die Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes (Pulsoximeter) z.B. bei alpinen Touren oder Höhentraining. Da ich beides weder testen konnte, noch damit viel anfangen kann zur Auswertung, lass ich das hier einfach nur mal der Form halber erwähnt.
Den Spruch meine “körperlichen” Akkus sind leer, könnt ihr jetzt von der Forerunner 945 bestätigen lassen. Body Battery heißt das neue Feature in der die Uhr Daten zu Herzfrequenzvariabilität, Stresslevel, Schlafqualität und Aktivität analysiert, um die Reserven zu ermitteln. Auf lange Sicht kann man so einen Trend zur Trainingsbelastung und Überlastungen ausmachen.

Das GPS funktionierte größenteils bei Garmin eigentlich immer schnell und zuverlässig. Auch hier kann ich kaum Kritik finden. Lediglich wenn der Akku mal komplett leer war und das erste Satelliten suchen danach, “kann” mal eine Minute dauern, ansonsten hatte ich bisher nichts schnelleres am Handgelenk. Selbst wenn ihr mal ohne Gps Signal startet, zeichnet der Forerunner 945 die Distanz über die erkannten Schritte auf und übernimmt in den GPS-Mode, sobald GPS erkannt wurde. Die Abweichungen sind hier nach persönlichem Vergleich minimal.

Das Display ist auf den ersten Blick nicht sonderlich anders als man es von der Modellreihe kennt. Das ändert sich aber im direkten Vergleich. Das Display ist extrem scharf und vor allem auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder im Dunkeln viel besser abzulesen als z.B. die 735xt.

Akkulaufzeit:
Seit die Uhren fast soviel können wie die Smartphones, dürfen wir die meisten auch ähnlich oft aufladen.
Das gilt auch hier, wer Smartnotifications, dauerhafte Herzfrequenzmessung und auch Musik regelmäßig über die Uhr nutzt und dann eventuell noch Trainings absolviert, hängt oft am Kabel!
Meine Handynachrichten muss ich nicht auf der Uhr sehen und bei 1-3 Trainings die Woche mal mit, mal ohne Musik und trotz laufender Herzfrequenzmessung komme ich auf ca. 6-7 Tage je nach Länge der Traininingseinheiten.

Funktionen:
Ich gehe hier zum Großteil auf die neuen und für mich wichtigen Features ein, sowie die Anfragen via Instagram und FB was ich testen sollte!
Laufen und Radfahren ist einfach Standart und so gut ausgearbeitet das es keiner Erklärung bedarf. (Falls doch gerne – unten als Kommentar dann ergänze ich es)
Schwimmen, Radfahren, Laufen, Multisport (also z.B. Triathlon mit und ohne Wechselzeiten) läuft wie es soll. Vor allem habe ich egal wo ich bin, gefühlt ein ticken schneller ein GPS Signal als noch bei der 735xt. Dort war es für mich aber schon akzeptabel schnell!
Die Standartdatenfelder sind für mich bei den Hauptfunktionen fast alle gut eingestellt, ich kann während der Aktivität (up/down Tasten) durchschalten bis ich alle Daten wie Herzfrequenz und KM oder aktuelle und Durchsschnitts-Pace so sehe, wie ich es brauche.
Was mir fehlt hole ich über ein paar Tastenklicks einfach auf ein neues Datenfeld.

Neu ist für mich das lange Drücken einzelner Tasten und damit gelange ich direkt in die einzelnen Menüs. Lange auf die “Down-taste” öffnet z.B. die Musik. Lange auf die “Light-Taste” bringt mich u.a. ins Menü um GarminPay fürs bezahlen zu aktivieren. Wenn man sich das merkt spart man eine Menge Tasten drücken!

Music:

4 Möglichkeiten habt ihr:
Spotify-Premium!-Account , Deezer Account (habe ich nicht getestet) und eigene Musik via PC hochladen (z.B. über ITunes) – Ganz neu während des Tests kam noch AmazonMusic!
Das ich einen Spotify Account brauche hab ich vorher gelesen, das es allerdings Premium sein muss – nicht. Ich habe mir für den Test ein 3 monatiges Premium Testabo zu 99cent je Monat “gegönnt”. Tolle einfache Features u.a. eigene Playlistes die nach etwas klicken gut für einen zusammengestellt werden und vor allem fast alle Podcasts die man u.a. von ITunes kennt. Ich als Podcastjunkie finde das natürlich fabelhaft. Zwingend ist immer fürs aufspielen auf die Uhr WLAN und mind. 50% Akku auf der Uhr Voraussetzung . Warum auch immer?! Dann kann man sich innerhalb weniger Minuten die Playlists/ Podcasts auf die Uhr laden.
Via Bluetooth erkennt die Forerunner 945 eigentlich alle gängigen Bluetoothkopfhörer und koppelt diese auf Wunsch.
Man wird es nicht glauben, aber ich genieße es jetzt regelmäßig mal mein Telefon zuhause zu lassen, da ich fast immer, wenn ich allein laufe, mit Musik laufe.

GarminPay:

Ich gebe zu, dass wollte ich unbedingt testen! Ich bin zwar offen und neugierig für allerlei neue Technik, aber beim Bezahlen bin ich am liebsten Oldschool. Bargeld oder auch mal EC-Karte und die natürlich nicht mit Funk!
Aber statt der EC-Karte einfach mal die Uhr an das EC-Terminal halten hat was, oder? Nur ist das sicher?
Das war für mich das allerwichtigste. Ich sag mit meinem aktuellen Kenntnisstand – JA! Am Anfang war das so sicher das ich mehrere Stunden erstmal einlesen musste, wie ich weiter komme!
In Deutschland geht es aktuell auch nur über eine virtuelle Prepaidkarte Mastercard VIMpay. Diese ist kostenlos und muss erstmal auf der Anbieterseite angelegt werden und ihr müsst ein Referenzkonto angeben, von dem Ihr das neue Konto aufladen könnt.

Ich hab für den Test einfach mal alles befolgt und das Konto mit 100€ aufgeladen, was auch das Tagesmaximum ist.
Jetzt muss ich die Daten aber noch in der Garmin Connect App auf dem Gerät hinterlegen (wichtig sonst geht nichts!). Das hab ich beim ersten Bezahltest nicht gemacht und es wurde prompt abgelehnt.


Ihr müsst einmal am Tag den selbst vergebenen Pin in der Uhr vorm bezahlen eingeben und dann ist das 24h hinterlegt. Es sei denn, ihr nehmt die Uhr ab! GarminPay erkennt es am Herzschlag im integrierten Pulsmesser und ihr müsst erneut den Pin eingeben.
Meine nächste Angst war, wie beim Bezahlen mit Funk-EC Karten, was ist wenn jemand unbemerkt meine Uhr entlädt. Das geht auch nicht, da ich vor jeder Bezahlung die sog. Brieftasche via Knopfdruck aktivieren muss und dann 60 Sekunden Zeit habe das zu an ein entsprechendes Gerät zu halten.
Für mein Sicherheitsempfinden reicht das aus!
Und mal spontan im Supermarkt oder an der Tanke ein Wasser zu holen, weil man kein Kleingeld beim Laufen dabei hat (bitte habt keine klappernden Schlüssel und Kleingeld in der Hose) ist schon cool, oder?

Sicherheits- und Trackingfunktionen:

Auch ein wirklich tolles Feature, was ich sogar schon ausgelöst hatte. Unbewusst bei einer Tour mit meinem Cyclocrosser im heimischen Forst. Bergab und am Ende lag ein umgestürzter Baum. Mit einer Vollbremsung aus voller Fahrt blinkte das Garmin Edge plötzlich: Unfall erkannt! Benachrichtigung senden?


Mein Adrenalinlevel und meine Laktat stand mir noch in den Augen, so dass ich gar nicht reagierte und nach Ablauf des Countdowns folge: Kontakt benachrichtigt.
20 Sekunden später klingelt mein Handy: Was ist passiert? Meine Frau hatte Koordinaten und die Nachricht das ich verunglückt sei , erhalten!
Super Feature, bei Strava z.B. muss man das monatl. extra bezahlen. Also hier ist es mit bei, aktiviert es auf jeden Fall und stellt die Notfallkontakte ein! Hier muss allerdings zwingend ein Mobiltelefon, gekoppelt und mitgeführt werden. Die Uhr besitzt keine eigene Sim Karte.

Navigation:

Kleine Karten auf der Uhr mit einem Pfeil der sich auf der Straße oder dem Weg mit bewegt, kennt man. Richtige Navigationshinweise wie: in 150m Rechts abbiegen auf Straße XY nicht. Das klappt jetzt sogar sehr gut auch mit Einblendungen der jeweiligen Straßennamen auf der Uhr selbst und die komplette Europakarte ist schon vorinstalliert. Einfach mal nach der Hälfte der Strecke auf Navigation zum Start drücken und los ging es. TracBak, also auf der gleichen Strecke zurück kann sie selbstverständlich auch, ist aber langweilig! Also hab ich mich einfach mal nach Hause navigieren lassen mit dem Rad auf einer neuen Route. Durch Vibrationen zeigte sie mir auch mit Zwischenmeldungen an das ich z.B. in 300 m Rechts auf Strasse XY abbiegen muss. Dann 100m und an der Kreuzung selbst. Zwischendurch wird wieder die Garmin OpenMap Karte eingeblendet auf der die Route farbig hinterlegt ist und welche ich mittels fahren/laufen den Pfeil bewege. Wenn ich Flitzpiepe mal wieder zu schnell war und mein Abbiegen verpasse, berechnet die Forerunner 945 direkt die Route nach und empfiehlt mir Alternativen! Stark gemacht!


Zur Navigation von unterwegs direkt zur Arbeit oder nach Hause, muss man vorher definierte Punkte speichern! Langes drücken auf die “light” Taste öffnet das Menü und jetzt kann man sofern man gerade GPS hat, seine Koordinaten speichern. Praktisch auch im Ausland, wenn man einfach mal ne Rund laufen möchte und sich nicht auskennt. Roundtriping heisst das Feature und nachdem man die Km Anzahl angegeben hat, berechnet die Uhr einem eine Laufroute. Perfekt für sich leicht verirrende Flitzpiepen.


Strava und die KOM Jagd:


Ich liebe Segmente bei Strava! Seit Strava sein Bezahlsystem umgestellt hat und ich nicht mehr 5,95€ im Monat bezahlen muss(Nur Segmente kosten 1,99€) um Live-Segmente zu sehen, bin ich wieder am Start. Was mir auf dem Garmin Edge 520 immer gefallen hat, waren die Hinweise: in 50 m beginnt das Segment und dann wurde mir immer einer meiner Freunde angezeigt oder alternativ die KOM(quasi der/die/das schnellste auf einem zuvor festgelegtem Abschnitt), wenn noch kein anderer hier war. Jetzt erkennt die Garmin 945 ob ich schnell genug bin um die KOM zu jagen oder doch eher gemütlich oder einfach nicht mit genug power einen anderem den Platz abjagen will. Im Segment selbst springt es automatisch um. Ein Spielchen das ich selbst super finde, denn wenn ich locker 20 Sekunden schneller bin als der letzte aus der Freundesliste, musste ich raten oder einfach auf Anschlag fahren. Umstellen bei der Fahrt mit teilweise 40km/h muss nicht sein!

Zusätzliche Features:

Menstruationstracker: habe ich aufrund meiner körperlichen Voraussetzungen nicht testen können :D
PacePro: Auch ganz neu via Update(vorher nur bei dem Premum Modell Fenix 6s verfügbar) könnt ihr wenn ihr über Garmin Connect eure Strecke vorher markiert oder hinzufügt, eure gewünschte Laufzeit einstellen und die Forerunner 945 passt beim laufen eure individuelle Pace an. Aus meiner Sicht, macht das jetzt eher bei größeren Läufen (Halbmarathon, Marathon, Ultra) Sinn oder wenn ihr euer Training auf einen Wettkampf auslegt und es eine “Personal Best” werden soll!
Die Uhr berechnet auch bei An- und Abstiegen welchen Pace ihr laufen müsst um das Ziel zu erreichen. Vorab könnt ihr wählen ob es ein positiv/negativ Split werden soll oder auch einfach konstant.
Coole Sache – Test dazu ergänze ich noch.

Fazit:
Für mich sind die neuen Features GarminPay, Music und vor allem Navigation schon echt ein gelungenes Upgrade der 735xt und auch der aktuellen Modelle, abgesehen mal von der neuen Fenix6 Pro . Mit den Funktionen Music und Navigation in der Form auch in dem Preissegment alleinstehend.
Wobei das ja nicht das Hauptargument für dieses Multisportpremium Modell sein sollte. Alles rund um die Sportarten ist fast schon agribisch genau und gut abgestimmt und beherrscht Garmin einfach aus dem “FF”. Schlichtes schwarzes Gehäuse und das sehr gut ablesbare Display und fixes GPS runden den soliden guten Gesamteindruck ab.

Etwas Kritik noch am Schluss. Ich hatte die Uhr im Trainingslager/Urlaub täglich um und hatte nach einer Woche wie auch immer 2 Kratzer im Display, die nicht raus gingen. Ich kann mich allerdings auch an keine Gelegenheit erinnern, wo ich sie her hatte. Sehr ärgerlich, das hatte ich noch bei keinem der anderen Garmin Modelle.
Also bestellt euch am besten wie fürs Smartphone eine Schutzfolie. Garmin konnte mir das auf Nachfrage auch nicht bestätigen, das dieses Problem öfter vor kam. Aktuell trage ich die 945 jetzt fast 6 Monate mit Schutzfolie auf dem Display und hatte ähnliches nicht noch einmal.



2 Kommentare zu Garmin Forerunner 945

  1. Avatar Meike sagt:

    Ich habe mir auch diese Sportuhr gekauft und sie motiviert mich jeden Tag etwas für meine Fitness zu tun. Die Werte meiner Leistung bespreche ich wöchentlich mit meiner Personaltrainerin https://strongberry.fitness/ so mache ich regelmäßig große Fortschritte und werde immer fitter 🍓☺️💪

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