Sixtus Schliersee Alpentriathlon 2016 – 10 Grad und Dauerregen

Veröffentlich am: 17. November 2016

In der Kategorie: Triathlon

Verfasser(in): Olli

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Urlaub, viel Zeit um den Alltag hinter sich zu lassen, neue Ecken zu erkunden, ein wenig Sport zu treiben und mal auf andere Gedanken zu kommen. Mit einem Rückblick in den Juli möchte ich unsere sportlichen Erlebnisse nun mit euch teilen.

Unsere erste Station war Grainau an der Zugspitze. Miele und Jules haben hier , beim ZUT 2016, ihren ersten Traillauf absolviert. Mein Bruder und ich haben weniger sportlich die Bergbahnen am Osterfelderkopf und Kreuzeck genutzt um die beiden so gut es geht anzufeuern. Außerdem wollte ich mich für den folgenden Tag etwas schonen. Denn ca. 90 km entfernt sollte der Sixtus Schliersee Alpentriathlon stattfinden.

Der Veranstalter selbst bezeichnet diesen Triathlon als härteste olympische Distanz Deutschlands. Nicht nur deshalb wollte ich mir unbedingt ein Bild davon machen. Das erste Mal hörte ich davon im Triathlon Podcast von Marco Sommer. Hoch gelobt wurde der Ritt auf den 1129m ü. NN hohen Spitzingsattel und die schöne Laufrunde um den darunter liegenden Spitzingsee. Auch die Anordnung der Wechselzonen war interessant. Es gab 2 an der Zahl. Dieser Triathlon sollte also spannender werden als alle anderen zuvor.

Der Start war mit 11 Uhr sehr gut gewählt, wir konnten in Ruhe frühstücken, anreisen und die Startunterlagen abholen. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, es regnete. Als Regengott bei uns Flitzpiepen verschriehen, war das natürlich klar! Aber egal, wir sind hier beim Triathlon, nass werden wir so oder so. Die Parkplatzsuche in Schliersee verlief problemlos. Auch deshalb, weil sich einige wegen den Witterungsbedingungen abgemeldet hatten. Bei Dauerregen und Temperaturen um 10 Grad wird das sicher kein Zuckerschlecken. Zumal die Radstrecke ihre Höhen und auch Tiefen hat, kann es bei einigen Passagen gefährlich werden. Bergab, Regen und Carbon statt Kondition, sollen nicht so gut sein. Hab ich mir jedenfalls mal sagen lassen.
Ich ging dennoch zielstrebig zur Startnummernausgabe und nahm den gut gefüllten Starterbeutel entgegen. Wenn wir schonmal da sind…
Nun hieß es organisieren und ein wenig umpacken. Es gab, wie schon erwähnt, zwei Wechselzonen. Die erste direkt nach dem Schwimmen um aufs Rad zu wechseln. Die Zweite wurde rund 10 km entfernt, oben am Spitzingsee aufgebaut. Also mussten die Laufsachen und warme Kleidung für danach in einen extra Beutel gepackt werden, der dann vom Veranstalter nach oben transportiert wurde.
Die Wechselzone am Schliersee war überschaubar auf einer großen Wiese angerichtet. Diese stand, dank dem Regen, natürlich unter Wasser. Der Gedanke, heute trockenen Fußes nach Hause zu fahren verabschiedete sich also schnell. Nach dem ich mich eingerichtet und den Neo übergepellt hatte, konnte man sich in dem Erholungsbad “Monte Mare” etwas aufwärmen bevor es Richtung Wasserstart ging.

Gestartet wurde in zwei Wellen. Den Anfang durften die jungen Wilden machen. Also alle Männer unter 50. Fünf Minuten später durften dann die Frauen; Staffeln und jung gebliebenen Männer den Schliersee durchwühlen oder toter Mann spielen. Nachdem ich mich reichlich eingeschwommen habe, hätte ich meinen Startschuss beinahe verpasst. Danke für den Hinweis in letzter Minute von der neu gewonnenen Bekanntschaft. Ich stand zwar am Ufer bereit, stand aber völlig falsch.

Nachdem ich mich rasch neu positioniert hatte, ertönte auch schon der Startschuss und das Spektakel konnte beginnen. Geschwommen wurde eine Runde auf einem Dreieckskurs entgegen dem Uhrzeigersinn. Das Wasser war mit 18 Grad im zum Vergleich zur Außentemperatur sehr warm. Es war schön viel Platz, somit konnte man schnell seinen Rhythmus finden. Ich konnte mich im vorderen Drittel behaupten und wankte nach dem Ausstieg über die matschige Wiese zur Wechselzone.

Am Rad angekommen musste ich Ruhe bewahren. Das Radtrikot und die Armlinge wollten sich nicht so einfach über die nasse Haut lassen. Im Nachhinein hätte ich mir noch Handschuhe gewünscht. Respekt vor denen, die dort nur im Tri-Anzug gefahren sind. Da schüttelt´s mich heut noch. Die Radstrecke, mit immerhin 900HM ausgestattet, war trotz Nässe gut zu fahren. Regenfeste Zuschauer säumten die Strecke und feuerten uns mit Glockengeläut auf den Anstiegen an. Bei 2-3 Spitzkehren musste man zwar Vorsicht walten lassen, ansonsten konnte man aber ordentlich Gas geben und die mit Regen verhangene Aussicht genießen. Zum Ende wartete die Bergwertung auf den „König und Königin des Spitzingsattel“. Die nächsten 4 km waren gespikt mit 351 HM und ca. 12% Steigung. Ein 20-minütiger Genuss!
Ein Genuss war es auch vom Rad aufs Laufen zu wechseln. Taube Finger, taube Füße und einen dicken Knoten im Wechselbeutel! Merke, nächste mal muss eine Schlaufe rein! Ein netter Staffelstarter sah meinen Nachbarn und mich leiden und half uns den Beutel zu öffnen. Man konnte seine Finger wirklich nicht mehr bewegen. Zum Glück hatte ich dort einen Schuhanzieher drin, ansonsten wäre ich auch beim Schuhe anziehen gescheitert. Ohne Gefühl in den Füßen stapfte ich los. Den ersten Hügel runter. Nach ca. 2 KM merkte ich dann wieder die ersten Zehen. Also alles gut. Die Landschaft war hier unter dem Stolzenberg grandios. Tolle Aussicht inklusive Kühe und Kuhfladen auf der Strecke. Wie schön. Der zweite Streckenabschnitt führte dann zwei Runden um den Spitzingsee, wo uns die Zuschauer nochmal ordentlich angefeuert haben.
Im Ziel wartete eine schöne Medaille, leckerer Kaiserschmarrn und Miele, die mich tapfer mit noch müden Beinen vom ZUT durch den regnerischen Wettkampf begleitet hat. Vielen dank für deine Geduld!
Den Weg zurück zum Schliersee konnte man selbst mit dem Rad antreten. Vorausgesetzt man hatte noch den Elan dazu. Ich schnallte meins jedoch lieber auf den Radträger vom bereitgestellten Shuttlebus. Ich war fürs erste bedient.
Der Schliersee Triathlon ist liebevoll und sehr gut organisiert. Eine der schönsten Finisher-Medallien und eine wunderbare Aussicht machen diese Veranstaltung nicht umsonst zu einem der schönsten Triathlons Deutschlands.

Wie sind eure Erfahrungen im Dauerregen? Welche Triathlons mit “Aussicht” könnt ihr uns empfehlen?
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3 Kommentare zu Sixtus Schliersee Alpentriathlon 2016 – 10 Grad und Dauerregen

  1. Das war mit Sicherheit kein einfaches Unterfangen. Diese wundervolle Medaille, die ich schon im Sommer auf Instagram bewundert hatte, hast du dir echt verdient. Super gemacht! Kann mir richtig vorstellen, wie toll der Schliersee Triathlon ist. Danke, dass du uns hier trotz Dauerregen hin mitgenommen hast.

  2. Avatar Bernd sagt:

    Sehr informative Seite! Danke!

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