Hamburg Triathlon 2015 – Premieren, Pannen und Pfützen

Vier Wochen nach dem Zugspitzultratrail folgte mein zweites Highlight in diesem Jahr: Der ITU World-Tritahlon in Hamburg! Wir hatten schon vorher soviel Gutes über die tolle Stimmung und Organisation dieses Triathlons gehört, dass wir uns Anfang des Jahres einfach dafür anmelden mussten. Um mehr Zeit zu haben, die tolle Stimmung auch richtig auskosten zu können, entschieden Miele und ich uns, dort die Premiere unserer Olympischen Distanz zu feiern! :-)

Nachdem wir alle heil von unserem Zugspitztrail und anschließenden Urlaub heimgekehrt waren, machte sich die Aufregung für Hamburg breit. So langsam wurden mir doch die Ausmaße dieses Events und der Strecke immer bewusster, sodass ich wirklich Lampenfieber bekam. Also wurde noch einmal eine längere Radtour eingeschoben, das Fahrrad nochmal zur Inspektion gebracht und einige Male in die Havel gesprungen. Dazu hatte ich mir im Internet die Strecke und den Zeitplan gefühlte 1000 Mal angeschaut, damit auch nichts schief gehen kann. Am Samstag morgen war es dann endlich soweit: Wir Flitzpiepen machten uns alle morgens um 9 Uhr auf den Weg nach Hamburg. Wir wollten ja schließlich noch genug Zeit haben den Jedermännern und Profis auf der Sprintdistanz zu zuschauen. Leider machte uns eine Vollsperrung auf der Autobahn einen Strich durch die Rechnung. So wurde aus den geplanten drei Stunden knappe sechs :-( Naja, das sollte an diesem Wochenende nicht das letzte Problem sein…

Endlich angekommen, schafften wir es wenigstens noch kurz über die Messe zu schlendern, die Startnummern abzuholen und den Profis bei strahlendem Sonnenschein zuzuschauen. Hier gibt es gleich mal den ersten Kritikpunkt: Bei einer Veranstaltung von dieser Größe und Format, aber auch für den Preis, ist es wirklich schade, dass nicht in allen Startbeuteln die Sponsorengeschenke enthalten sind. Bei den meisten von uns fehlte der Energieriegel, Trinkflasche und was sonst noch hätte drin sein sollen! Das Profirennen war schon wirklich beeindruckend, in welchem Tempo die an einem vorbei heizten!! Meine Aufregung stieg immer mehr! Wir inspizierten wenigstens noch kurz die Wechselzone und den riesigen Zielbereich auf dem Gänsemarkt, bevor es zur Pastaparty mit der lieben Alex zum Italiener ging.

Alex lernten wir beim Trainnerinnen-Seminar vom Club 261 kennen. Sie war so lieb und hat uns die Restaurantauswahl abgenommen. Nach dem leckeren Essen waren wir glücklich im Hotel die Füße gleich hochzulegen zu können. Übernachtet haben wir im Motel One am Michel. Wir entschieden uns für dieses Hotel, da es nur ca. 10 Minuten zu Fuß vom Startbereich entfernt war.

Früh leuteten die Wecker auf unseren Zimmern, das gemeinsame Frühstück in der Hotellobby stand bereit. Das Team Flitzpiepen war für Startblock C eingeteilt, d.h. wir waren in der dritten Startgruppe und so gehörten wir auch zu den Ersten in der Wechselzone. Nicht unbedingt ein Nachteil. Beim gemütlichen Plausch und Kaffee schlürfen, machte sich langsam aber sicher die Aufregung immer bemerkbarer. Hallo, wir sind hier beim ITU Hamburg Triathloooon!!! Nach und nach suchten wir unsere sieben Sachen zusammen, sattelten unsere „Ponys“ und rollten langsam mit unseren Gefährten zur Wechselzone. Vorher stoppten wir noch bei der Kleiderbeutelabgabe. Da wir nach dem Wettkampf nicht sofort wieder in die Wechselzone zurückkehren konnten, musste man seine Wechselsachen in einem extra Beutel abgeben. Ja, man konnte tatsächlich nach dem Wettkampf nicht gleich an seinen Wechselplatz zurück. Vermutlich aus Sicherheitsgründen und um den anderen Athleten die später starten einen angenehmen Wechsel zu ermöglichen. Schließlich gehört die Hamburger Wechselzone zu einer der längsten der Welt! Unglaublich wie weit man da zu seinem Platz laufen muss! Auf jeden Fall muss man das zumindest einmal gesehen haben! Sie ist nicht nur unheimlich lang, leider auch sehr eng zum Nachbarn. Fahrräder dicht beieinander und dann noch die Postboxen, anfänglich nicht leicht gewesen, seine Tasche da irgendwo zu verstauen. Das Abgabe und das spätere Abholen bei der Kleiderbeutelaufbewahrung gingen aber wirklich fix und total unproblematisch.

Das Wetter spielte leider nicht so mit. Es war kalt und sah stark nach Regen aus:-( Neoprenverbot wurde allerdings nicht ausgesprochen, die Alster hatte 20,9° C, das war 0,1° C unter Neoverbot! Wenigstens ein kleiner Wermutstropfen für Einige von uns. Als wir im Wasser waren fing es dann auch tatsächlich an zu regnen. Im ersten Moment dachte ich, das kann doch wohl nicht wahr sein!! Ich musste sofort an den verregneten ZUT denken, nicht noch ein Wettkampf bei dem es die ganze Zeit regnet.  Ich verdrängte die negativen Gedanken aber gleich wieder und versuchte das Beste daraus zu machen. Ich hatte mich so auf diesen Triathlon gefreut, das lasse ich mir doch jetzt von diesem blöden Regen nicht vermiesen. Und nass bin ich jetzt sowieso, da macht mir das Wasser von oben nun auch nichts mehr aus!

Miele und ich hatten ganz unterschiedliche Rennen. Bei Miele war das Schwimmen und der restliche Verlauf  bestimmt von Wadenkrämpfen. Sie bekam unglücklicherweise bei der Hälfte des Schwimmens einen heftigen Tritt eines anderen Traithleten ab, der sofort den ersten Wadenkrampf auslöste. Nach einigen Schrecksekunden und kurzem Stop im Wasser qüalte sie sich durch den Rest und anschließend durch die Wechselzone aufs Rad. Auf dem Rad angekommen, fuhr sie eher entspannt um die Beine zu lockern. Die Strategie war erfolgreich und so fand sie beim Laufen langsam aber sicher wieder ins Rennen. Ich dagegen habe prima in mein Rennen gefunden. Das Schwimmen ging ich entspannt an und kam ohne Probleme aus dem Wasser. Beim Radfahren hatte ich richtig Spaß und habe mich total gefreut, über die Reeperbahn zu heizen! Es lief einfach und ich trat in die Pedale. Den Regen blendete ich einfach aus, auch wenn ich meine Füße durch die Kälte kaum noch spürte. Daher waren die ersten Meter in den Laufschuhen auch etwas komisch. Aber nach ein paar Minuten kam das Gefühl zurück und es lief wieder gut. Kurz vor dem Zielschluss überkamen mich dann aber doch die Emotionen und ein paar kleine Freudentränen liefen mir übers Gesicht. Ich war schon echt stolz und glücklich, diesen hamburgerischen Regentag so gut überstanden zu haben. Ich muss sagen, mir macht die olympische Distanz viel mehr Spaß als die Sprintdistanz. Es ist einfach entspannter. Ich denke, die Olympische werde ich wohl wiederholen müssen. ;-)

Olli und Maudi hatten leider Pannen und mussten ihre Räder in die Wechselzone zurückschieben. Olli hatte seinen bei Kilometer 35. Er ist dann fünf Kilometer barfuß(!!!) zur Wechselzone gerannt, hatte vorher eine super Schwimmzeit und dann beim Laufen den Frust rausgelassen. Maudi hatte noch mehr Pech und musste schon bei Kilometer 25 von seiner Maschine steigen. Normalerweise wäre es eine Disqualifikation gewesen, da die Radstrecke nicht komplett absolviert wurde, aber auch er wollte sich dieses Highlight nicht vermiesen lassen und ist trotzdem noch gelaufen. Wenn man schon mal da ist, dachte er sich. Man kann dafür ja keinen verantwortlich machen, aber wir haben noch nie so viele Leute ihre Schläuche tauschen sehen wie in Hamburg, die dann leider zu Fuss in die Wechselzone zurückkehren mussten.

Micha hat trotz seines Trainingsrückstandes ein solides Rennen absolviert. Bei Chris lief auch endlich mal alles rund. Bis auf die Kälte, er hat selten so gefroren. Das Gefühl in den Füßen kam erst nach vier gelaufenen Kilometern wieder. Dafür hat er kurz vor dem Schwimmstart im Wasser die ultimative Frage von einem anderen Teilnehmer gestellt bekommen: “Sag mal, hast du auch dein Handy dabei?”. Wir lassen das jetzt mal so stehen, aber wer mal jemand einen Wettkampf lang beschäftigen möchte, kann das gerne mal bringen :-)

Nach dem Wettkampf schrie die warme Dusche förmlich nach uns. Wir waren alle ganz schön durchgefroren. Einige andere Athleten mussten sogar den Wettkampf wegen Unterkühlung abbrechen. Und das im Hochsommer! Unglaublich wie sich das hamburger Wetter von seiner typischen Seite präsentierte. Als wir uns nach dem Rennen wieder aufgewärmt hatten, schlenderten wir noch gemütlich über die Messe – eine tolle Regenerationsmethode übrigens ;) – Dabei trafen wir noch das ein oder andere bekannte Gesicht, wie Marek von den Running Twins, der sein Triathlon-Debüt in Hamburg feierte (Glückwunsch noch einmal an dieser Stelle!), Nadine von Eiswürfel im Schuh, die ebenfalls die Olympische Distanz absolvierte und Mandy von Go Girl Run ,die wir vielleicht auch vom Triathlonfieber anstecken konnten!?

Wir Mädels feierten eine gelungene Premiere auf der Olympischen Distanz. Olli und Maudi haben da noch eine Rechnung offen! Auch wenn wir laaaaaange im Stau standen, dadurch viel Streß hatten und nicht alles rund lief, waren wir Flitzpiepen ganz sicher nicht das letzte Mal in Hamburg!

9 Kommentare zu Hamburg Triathlon 2015 – Premieren, Pannen und Pfützen

  1. Avatar Sönke sagt:

    Huhu!
    Toller Bericht und weltklasse (!) Bilder aus der schönsten Stadt der Welt (Jawollo!!!)
    Lieber Gruß
    Sönke

  2. Maudi Maudi sagt:

    Dann noch die Krönung wieder zu hause, beim Ausladen das Rad mit dem Sattel voran in Hundekacke gelegt….Ein Wochenende das in Erinnerung bleibt :-)

  3. Avatar runningflooo sagt:

    Sehr schön, super schöner Bericht und bei den Fotos….also wenn da einem die Lust am Triathlon nicht packt, weiß ich es auch nicht ;-)

  4. Avatar Marek sagt:

    Hamburg war eine großartig organisierte Veranstaltung, die mir als Nicht-Triathlet trotz der Größe super gefallen hat. War echt schön, mal etwas Luft in diesem schönen Sport zu schnuppern. Ihr seid allesamt tolle Sportler und es ist schön zu lesen, dass ihr nicht alles so bierernst nehmt wie manch anderer. Keep on triathleting ihr Piepen!

    • Miele Miele sagt:

      Hey Marek, du hast ein wirklich tolles Debüt hingelegt! Schön, dass der Zufall dich etwas Triathlonluft hat schnuppern lassen! Ganz herzlichen Glückwunsch nochmal! Und wie du Recht hast, Ernst sein ist viel zu laaangweilig und absolut nicht unser Ding ;) Bis bald!!!

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