Home Training Kurztrainingslager – Ein Wasserschaden im Allgäu

Kurztrainingslager – Ein Wasserschaden im Allgäu

von Maudi

Als ich im Sommer 2013 mit meiner Familie im Sommerurlaub im Allgäu war, sind wir zum Baden an den großen Alpsee gefahren. Dort hab ich durch Zufall den Allgäu Triathlon live miterlebt. Das Jahr (2013) war auch mein erstes Jahr als Triathlet und somit war ich vollkommen fasziniert von der Kulisse und den Athleten die die Mitteldistanz absolvierten. Für mich stand von dem Zeitpunkt an fest, hierher kommst Du wieder und wirst an diesem Triathlon teilnehmen.

Ich habe den glücklichen Zustand das ein Teil meiner Familie in Kempten wohnt, also unweit des Alpsees. Die Vorderalpen bieten sich hervorragend für ein Trainingslager an. Mittelschwere Rad- und Laufstrecken laden zu ordenlich Bewegung ein, wenn denn das Wetter mitspielt. 2014  hatte es sich leider nicht ergeben dort einen “Radurlaub” zu verbringen. Dieses Jahr war es aber endlich soweit. Da ich nicht alleine fahren wollte, fragte ich Olli ob er mich begleiten möchte. So planten wir also einen Kurztrip ins Allgäu, um uns mal vier Tage sportlich gehen zu lassen. Garmin war so freundlich und hat uns den Edge 1000 zur Verfügung gestellt, so dass wir uns vor Ort auf das Navigationsgerät verlassen konnten und nicht die Routen auswendig lernen mussten. Dazu aber später in einem separaten Bericht mehr.

DER PLAN:

Tag 1: Ankunft / Rad 40-50km  zum Beine lockern

Tag 2: Laufen: Früh ca. 8km / Rad: 3 Seen Runde 97km

Tag 3: Laufen: Früh ca. 8km / Rad: Gaichtpassrunde, Füssen 97km

Tag 4: Rad: Kemtenrunde ca.60km / Abreise

Unser Plan war an jedem der vier Tage eine Radrunde zu drehen. Nebenbei läuferisch auch noch ein paar Höhenmeter zu sammeln und eventuell im See die Freiwasser-Saison zu eröffnen. Mein Schwager teilte mir allerdings, bezüglich des schwimmens mit “Viel Spaß, dürfte jetzt gehen, die Seen sind gerade aufgetaut”. Gut, die Neos blieben also zu Hause. Notfalls gibt es ja auch noch Schwimmbäder.

SO LIEF ES:

Tag 1: Wir sind morgens zeitig los und haben die knapp 650 km über die Autobahn staufrei überstanden. Kurz vor Kempten hatte man auch schon einen hervorragenden Blick auf die Alpen und wir wurden hibbelig und wollten so schnell es geht auf die Räder. Kaum angekommen wurden die Sachen ausgeladen. Um nicht lange auf die Karte schauen zu müssen haben wir uns vom Garmin Edge 1000 eine 40 km Runde berechnen lassen. Das Wetter spielte anfänglich noch mit, als wir einige der ersten ordentlichen Anstiege bewältigten. Als Flachland-Berliner haben wir den ersten Vorgeschmack bekommen, was Berge sind. Umso mehr haben wir die Abfahrten genossen. Zu guter letzt schlug das Wetter um, welches uns den Rest des Wochenendes im Griff hatte. Regen und Radfahren ist nicht meins, was sich später noch mehr vertiefte.

Tag 2: Vor dem Frühstück liefen wir die Haus- und Hofrunde von meinem Schwager. Leider hörte es an diesem Tag nicht auf zu regnen, was unheimlich auf die Stimmung und Motivation drückte. Nachmittags quälten wir uns doch noch raus und fuhren nach Oberstdorf um dort eine Trailrunde zu drehen. Kaum waren wir in den Laufschuhen, hatten wir wieder gute Laune und genossen das Panorama. Wir liefen in einem Tal entlang, der Trettach, und kamen auf knappe 15 km. Unterwegs sind wir auf knapp 900 Meter Höhe auf den letzten Schnee getroffen. Abends wollten wir erst noch schwimmen gehen, entschieden uns dann aber doch fürs Restaurant ;-)

Tag 3: Am Morgen haben wir wieder eine kleine Laufrunde absolviert. Nach dem Frühstück sind wir dann kurz zur Ortsbesichtigung ins Zentrum von Kempten gelaufen, der Regen war uns dabei ein ständiger Begleiter. Da der Wetterbericht aber ab mittags mal kein Regen prognostizierte sind wir dann einfach losgefahren. Ziel war die Drei-Seen-Runde abzufahren, welche wir uns vorher von der Allgäu.de-Seite raussuchten.

Gestartet sind wir natürlich bei Regen, wenn es nach 20 km immernoch geregnet hätte, wäre ich zurück gefahren, hat aber nach 10 km aufgehört und die Sonne kam raus. Die Abfahrten waren trotzdem anfänglich noch nass und ich habe ungeheuerlich Angst gehabt. Um mich, das ich ins Rutschen komme und mich hinlege aber natürlich auch um meine neue Zeitmaschine. Olli hatte da weniger Probleme, oftmals war er schon aus meiner Sichtweite und musste unten dann auf mich warten. So glich es sich aus, daß ich teilweise auf den Bergen warten musste.:-) Am beeindruckensten fand ich, wenn man zum Anfang der Steigung ein Schild mit 12% Steigung liest, nach einigen Kurven dann endlich froh ist das es mal nicht “steil” bergauf geht um sich kurz zu holen. Dann geht es ein Stück normal und dann kommt das Schild mit 15% Steigung, alter Falter…

Ungefähr zur Halbzeit legten wir auf einer Alm eine wohlverdiente Pause ein. Dort gab es Kaffee und Kuchen. Von den Wanderern gab es auch einige komische Blicke, da wir unsere Räder ein kleines Stück hoch zur Hütte schieben mussten.

Auf der letzten Abfahrt fing es natürlich wieder an zu regnen, was aus meiner Sicht sehr ärgerlich war und total auf die Stimmung drückte. Die 15 Minuten hätte es auch noch trocken bleiben können. So kam es dann, das ich bei einer Serpentine für Füßgänger einfach vom Fahrrad abstieg und am liebsten mein Rad weggeworfen hätte. Da ich selber Vater bin, würde ich jetzt einfach mal behaupten “da war der kleine Maudi ein bißchen bockig”. Naja, als ich merkte, zu Fuß bin ich mit den Radschuhen da auch nicht schneller hoch, habe ich mich aufs Rad gesetzt und bin weiter gefahren.

Abends fing dann die Essensschlacht mit Pizza, Fisch, Cola, Gemüse und Quark an. Die Drei-Seen-Runde ist wunderschön und es ist alles dabei. Schöne Landschaft, Anstiege, aber auch flache Passagen, wo man einfach rollen kann.

Iller Radweg
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Tag 4: Da es immernoch regnete, fuhren wir gleich nach Hause. Das Wetter meinte es leider nicht gut mit uns. Frühsport fiel diesmal aus, da wir nicht die nassen, stinkenden Sachen sechs Stunden im Auto riechen wollten ;-)

Abschließend muss man sagen, es hat trotzdem unheimlich Spaß gemacht. Wenig Sport haben wir auch nicht gemacht und können behaupten, jetzt auch mal in den Bergen radgefahren zu sein. Wir werden das definitiv wiederholen, bei hoffentlich schönem Wetter. Ortskenntnisse sind gerade bei den Abfahrten von Vorteil. Hier bekommt man ohne zu treten schnell mal über 45 km/h auf den Tacho. Die Strecke im Grunewald kommt einen dagegen wie ein Klacks vor.

ZUM VERGLEICH:

Willi nordwärts rauf zum Grunewaldturm ca 40 HM auf 1 km

Ettenberg ca. 250 HM auf 4 km

Das war alles machbar, aber halt total ungewohnt und eine ganz andere Belastung.

Wie stehts um Euch? Bergziege oder Flachland-Roller?

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3 Kommentare

Din Eiswuerfel Im Schuh 25. Juni 2015 - 09:17

Ein wenig hatte ich ja bereits von euch mitbekommen, als ihr vor Ort gewesen seid. Aber trotz des Regens war es scheinbar eine schöne Abwechslung und hat Spaß gemacht. Mir wäre der Weg nur etwas zu weit gewesen, wenngleich die Gegend sicher alles wert ist.

Reply
Olli 30. Juni 2015 - 15:34

Der Weg war in der Tat etwas weit, aber ohne Regen hätte es sich mehr ausgezahlt. Wir versuchen es im nächsten Jahr wieder.

Reply
Din Eiswuerfel Im Schuh 30. Juni 2015 - 20:07

Toi Toi Toi

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