19. Ober-Elbe-Marathon in Dresden – ein schmuddeliges Debüt

Veröffentlich am: 20. Mai 2016

In der Kategorie: Laufen

Verfasser(in): Miele

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Bei bestem Aprilwetter zog es uns zu einem der landschaftlich schönsten Läufe nach Dresden: zum  19. Ober-Elbe-Marathon. Nicht umsonst zählt er zu den Top Ten Läufen in Deutschland.

Der Ober-Elbe-Marathon bietet neben der Hauptdistanz auch einen Halbmarathon, einen 10 km Lauf sowie einen Minimarathon und eine 7 km Walking Strecke an. Alle Läufe gehen entlang der Elbe. So geht es also nur geradeaus. Verlaufen unmöglich! Eine Besonderheit für diesen Lauf ist, dass man die Marathonläufer mit einem historischen Schaufelraddampfer vom Wasser aus begleiten kann.

 

Jules, Brian, Simon und mich sollte der Halbmarathon genügen. Olli wagte sich an die “Große Wanderung”. Die erste Flitzpiepe, die sich an diese Strecke in Dresden wagt. Gestartet wird beim Marathon in Königstein und beim Halbmarathon in Pirna.

Für Jules ist es der allererste Halbmarathon. Sie hat sich für ihr Debüt eine besonders schöne Strecke ausgesucht. Landschaftlich soll sie ja sehr viel bieten. Da wir ja öfter gemeinsam beim Mädelslauftreff vom Club 261 zusammen trainieren, habe ich mich spontan entschieden, ihr „Hase“ und Unterstützer bei ihrem Debüt zu sein.

 

Simon und Brian gingen es ebenfalls auf die Halbmarathon Distanz an. Beide waren auch schon letztes Jahr dabei und hatten den Lauf in schöner Erinnerung.

Gut im Training, mit einigen Kilometern dieses Jahr schon in den Beinen, wagte sich Olli an den Marathon. Für ihn sollte es ein „Genusslauf“ werden, immer schön locker als lange Trainingseinheit. Olli arbeitet derzeit auf sein Highlight, dem Frankfurt Marathon hin. Grundlage steht für ihn erst einmal im Fokus.

Einige von uns reisten schon einen Tag zuvor an, um noch einen netten Tag in Dresden zu verbringen. Wir nächtigten kostengünstig in einem Low-Budget Hotel am Zwinger. Unweit von der schönen Altstadt und der Messe, wo wir die Startunterlagen abholen konnten. Die Messe fand im World-Trade-Center in Dresden statt. Im Vergleich zur Berliner Halbmarathonmesse sehr überschaubar, jedoch sehr liebevoll organisiert. In weniger als einer Minute hatte man schon seinen Starterbeutel. Darin befanden sich ein paar nette Sachen und die letzten wichtigen Information sowie ein hilfreicher Lageplan für den Zielbereich.  

In zwei Startwellen ging es für uns Halbmarathonis in Pirna auf die Strecke. Zieleinlauf für alle Distanzen war wieder das Heinz-Steyer-Stadion.

Die Wetterprognose für unseren großen Tag, war eher bescheiden. Regen und vielleicht sogar Schnee waren gegen frühen Nachmittag vorhergesagt. Bereits kurz vor dem Startschuss froren wir uns bereits regelrecht die Finger ab und hofften, dass es schnell los ging. Ein Warm-up war quasi Pflicht, um nicht auf der Stelle einzufrieren.

Im Startblock begegnete uns noch ein bekanntes Gesicht – Trainerin Anke von MyGoal lief auch mit. Schön, wenn man sich mal wieder sieht! Danke für den netten Plausch, Anke!

Und schon ging es los. Warm eingepackt wie im Winter trotten wir locker, fröhlich los. Bereits nach den ersten 5 Kilometern fing es leicht zu tröpfeln an. Die gute Stimmung konnte uns aber keiner mehr nehmen. Erster Verpflegungspunkt: hier bot sich eine wirklich fantastische Auswahl. Es gab Wasser, warmen Tee und Cola. Außerdem frisches Obst und die Riegel von UltraSports. Vor allem aber, gab es unglaublich nette Helfer! Auch stimmungstechnisch hat der Lauf einiges zu bieten. Immer wieder hörte man schon von weitem Trommler und andere Entertainer. Danke, dass es euch gibt. Ihr musstet an diesem Tag auch einiges an Kälte ertragen.

So erlebte Brian den OEM:

Mein Ziel war es den Halbmarathon unter 2 Stunden zu laufen. Ich meldete mich kurzfristig an, da meine Beine wollten und der Lauf im letzten Jahr für viele positive Erinnerungen sorgte. 

Am Lauftag sorgte das frühe Aufstehen und das Alleinsein morgens um halb sechs auf der Autobahn für schläfrige Stimmung, aber je näher ich nach Dresden kam und der Koffeinkonsum wirkte, umso mehr blendete ich die Uhrzeit aus. 

Die ersten 16 Kilometer des Laufs konnte ich in einem relativ konstanten Tempo absolvieren. Sehr motivierend waren wie immer die Zuschauer am Streckenrand, so wie auch die fast immer anwesende Flitzpiepen-Mutti, dafür an dieser Stelle: Vielen Dank! 

Danach jedoch, die letzten 3 bis 4 Kilometer, wurden die Beine immer schwerer und es stand nach dem tollen Einlauf im Heinz-Steyer-Stadion eine Nettozeit von 2:00:45 zu Buche. Für diese Wetterverhältnisse eine Zeit, die zufrieden stellt, aber leider etwas am Ziel vorbei war. 

Nächster Angriff auf die 2 Stunden erfolgt beim Big25 ;)

Im Fazit ein toller und vor allem empfehlenswerter Lauf! Besonders lobend muss ich dabei den Baer-Service erwähnen, die bei den Kurzentschlossenen (wie mich) alle Fragen im Vorfeld sehr schnell beantworteten und die Startunterlagen zuverlässig nach Hause schickten. Die Organisation war wie bereits im letzten Jahr top! Nach Dresden zum OEM, komme ich sehr gerne wieder.

Zurück zu unseren Eindrücken: Nachdem Jules und ich unsere Familien bei Kilometer 10 erblickten, fiel plötzlich alles etwas leichter. Man verspürt immer einen ganz besonderen Kick, wenn die Liebsten an der Strecke stehen. Voll motiviert fieberten wir dem näher kommenden Ziel entgegen. Bei Kilometer 13 begann Jules Wade etwas zu mucken. Wir mussten eine kleine Gehpause einlegen. Gott sei Dank war es mit ein paar Schritten getan und sie konnte weiterlaufen. Ich versuchte etwas aufmunterndes zu sagen, damit sie wieder lächelte. Sagen wir mal so, es hielt ganz kurz an.

Das Aprilwetter machte seinen Namen nun tatsächlich alle Ehre: kurzer strahlender Sonnenschein, gefolgt von schwarzen Wolken mit Hagel und starkem Wind. So wurde uns wirklich alles geboten an diesem Tag. Jules würde ihren ersten Halbmarathon mit Sicherheit nie vergessen!

Die letzten Kilometer waren wirklich zäh. Jules kämpfte immer wieder mit ihrer verhärteten Wade. Zum Schluss biss sie alle Zähne zusammen und lief im Windschatten hinter mir her. In diesem Moment konnte ich meine Begleiterrolle genüßlich auskosten und versuchte im Gleichschritt weiterzulaufen. Leider gelang es mir nicht ganz. Ein paar Mal musste Jules mich korrigieren, dass ich wieder etwas langsamer laufen sollte. Gar nicht so einfach das Tempo beizubehalten.

Der Zieleinlauf in das Stadion wurde mit strahlenden Sonnenschein belohnt. Zielzeit war in diesem Augenblick völlig nebensächlich – das Gefühl einen Rookie ins Ziel begleitet zu haben, einfach unbezahlbar. Danke für diese spannende Erfahrung, Jules und noch einmal herzlichen Glückwunsch – YOU DID IT!!! Nächstes Mal Marathon ;) !?

Hattet ihr bei euren Erstwettkämpfen damals auch einen Begleiter dabei? Wie sind eure Erfahrungen damit?

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